Verdienst


Verdienst

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1Ver|dienst [fɛɐ̯'di:nst], der; -[e]s, -e:
durch Arbeit erworbenes Geld, Einkommen:
ein guter, geringer, ausreichender Verdienst; sie hat einen hohen Verdienst; er hat die Arbeit nicht um des Verdienstes willen übernommen.
Syn.: Bezüge <Plural>, Einkünfte <Plural>, Entgelt, 2 Gehalt, Lohn.
Zus.: Bruttoverdienst, Jahresverdienst, Monatsverdienst.
  2Ver|dienst [fɛɐ̯'di:nst], das; -[e]s, -e:
Tat, Leistung, durch die sich jmd. verdient macht und sich Anspruch auf Anerkennung erwirbt:
ein überragendes, bleibendes Verdienst; ihr Verdienst um die Wissenschaft ist sehr groß; das Verdienst für diese Erfindung gebührt ihr allein; du hast dir große Verdienste um die Stadt erworben (hast Großes für die Stadt geleistet).

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Ver|dienst
I 〈m. 1Gewinn, Erwerb, Lohn, Einkommen, Gehalt ● einen auskömmlichen, guten, geringen \Verdienst haben
II 〈n. 11verdienstliche Tat, Tat zum Wohle anderer ● er hat sich um unsere Stadt große \Verdienste erworben Anspruch auf Anerkennung, auf Dank; wenn es seiner Mutter heute wieder gutgeht, so ist das sein \Verdienst; jmdn. nach \Verdienst belohnen; seine \Verdienste um die Entwicklung des Schulwesens; sich etwas zum \Verdienst anrechnen eine eigene Leistung für anerkennenswert halten

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1Ver|dienst, der; -[e]s, -e:
durch Arbeit erworbenes Geld, Einkommen:
ein guter, schlechter, geringer, ausreichender V.;
sie sucht einen zusätzlichen V.;
ohne V. sein;
von seinem [kleinen] V. leben müssen;
er hat die Arbeit nicht um des -es willen übernommen.
2Ver|dienst, das; -[e]s, -e [spätmhd. verdienst, mniederd. vordēnst]:
Anerkennung verdienende Tat, Leistung:
ein überragendes, bleibendes, historisches V.;
ihre -e als Naturforscherin wurden mit höchsten Auszeichnungen gewürdigt;
die Rettung der Flüchtlinge war ganz allein sein V., bleibt sein persönliches V.;
sie hat sich große -e um die Stadt erworben (sich um die Stadt verdient gemacht);
sich etw. als V. anrechnen;
eine Frau von hohen -en (geh.; eine sehr verdiente Frau).

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Verdienst,
 
1) allgemein: hervorragende Leistung auf kulturellem, wirtschaftlichem oder politischem Gebiet.
 
 2) Psychologie: die Erhöhung des sittlichen Eigenwerts der Person, die ihr aufgrund eines sittlichen Verhaltens zukommt, das mehr als nur Pflicht ist. Den Gegenpol bilden Versagen und Schuld.
 
 3) Religionswissenschaft: Bezeichnung für vom Menschen erbrachte (religiöse) Leistungen, die von ihm als gute Werke aufgefasst und gegenüber Gott beziehungsweise den Göttern mit der Hoffnung, Erwartung oder einem direkt postulierten (Rechts-)Anspruch auf Gegenleistung verbunden werden. Eine die Glaubenslehre und Frömmigkeitspraxis prägende Bedeutung hat der Verdienstgedanke - die Frage nach der Art des menschlichen Handelns, durch das bei Gott oder den Göttern beziehungsweise im religiösen Sinn Verdienst erworben werden kann - besonders in Religionen, die von einem Weiterleben der Seele nach dem Tod beziehungsweise deren ewiger Existenz ausgehen. Im Buddhismus und Hinduismus gelten als Verdienste Handlungen, die gutes Karma bewirken. Die wichtigsten Verdienste im Buddhismus sind: 1) Freigebigkeit: materielle Unterstützung der Mönche durch die Laien und umgekehrt Belehrung der Laien durch die Mönche. Sie ist Grundlage für 2) sittliche Reinheit, die Vorbedingung für den spirituellen Fortschritt. 3) Die Meditation ist für spirituell fortgeschrittene Mönche das höchste Verdienst. - Nach dem Verständnis des Islam entstehen Verdienste durch die gute Absicht und die ihr entsprechende Tat, die nicht um einer Entlohnung, sondern um ihrer selbst willen, für Allah, geschieht; sie vermehrt sich als Verdienst zugunsten des Handelnden, indem ihm im Diesseits oder Jenseits ein Mehrfaches an Gutem selbst widerfahren wird oder indem sie Schuld für begangene Sünden aufhebt. - Für die christliche Theologie wurzeln alle menschlichen Verdienste in dem herausragenden Verdienst Jesu Christi, dem in und durch ihn vermittelten Heil (Mittler). Verdienst als theologisch-rechtlicher Begriff wurde von Tertullian in die christliche Theologie eingeführt, der Verdienst als eine Leistung beschrieb, durch die der Mensch einen Rechtsanspruch auf einzelne Heilstaten Gottes beziehungsweise das ewige Leben erwerben kann. Augustinus korrigierte diese Auffassung in seiner Auseinandersetzung mit dem Pelagianismus, indem er menschliche Leistung auf die göttliche Gnade zurückführte. Die reformatorische Theologie lehnte den Verdienstgedanken im Sinne der Selbstrechtfertigung des Menschen in der Lehre von der Rechtfertigung theologisch grundsätzlich ab.
 
 4) Wirtschaft: das Entgelt für eine Tätigkeit, Lohn, Gehalt.

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1Ver|dienst, der; -[e]s, -e: durch Arbeit erworbenes Geld, Einkommen: ein guter, schlechter, geringer, ausreichender V.; In der Leistungsgruppe IV lagen die Monatsgehälter ... um 19,7 Prozent niedriger als die -e der männlichen Angestellten (Saarbr. Zeitung 9. 10. 79, 6); er sucht einen zusätzlichen V.; ohne V. sein, auskommen; von seinem [kleinen] V. leben müssen; weil alle ihrem V. nachlaufen mussten, sich zehn und mehr Stunden an einen Fabrikanten verkauften (Kühn, Zeit 125); er hat die Arbeit nicht um des -es willen übernommen.
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2Ver|dienst, das; -[e]s, -e [spätmhd. verdienst, mniederdt. vordēnst]: Tat, Leistung (für die Allgemeinheit), die öffentlicher Anerkennung wert, würdig ist: ein überragendes, bleibendes, historisches V.; seine -e als Naturforscher sind unbestritten, wurden mit höchsten Auszeichnungen gewürdigt; die Rettung der Flüchtlinge war ganz allein sein V., bleibt sein persönliches V.; Ihr kommt allerdings das V. zu, die Europameisterin ... zu dieser Spitzenleistung angespornt zu haben (NZZ 2. 9. 86, 33); er hat sich große -e um die Stadt erworben (sich darum verdient gemacht); Die reichen Völker werden es mit einem gewissen Recht als ihr V. ansehen, dass sie es so weit gebracht haben (Gruhl, Planet 300); jmdn. in Anerkennung seiner [hervorragenden] -e ehren; sich etw. als/(seltener:) zum V. anrechnen [können]; seine Tat wurde nach V. (geh.; gebührend) belohnt; eine Frau von hohen -en (geh.; eine sehr verdiente Frau).

Universal-Lexikon. 2012.


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